MIT Wetterau: Wirtschaftsgespräch im Autohaus Cianni

Datum des Artikels 22.08.2026
Pressemeldung

Automobilbranche im Wandel

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Wetterau nutzte ihre jüngste Vorstandssitzung für einen Besuch im familiengeführten Autohaus Cianni der Familie Özogul in Münzenberg-Gambach, das kürzlich seinen Erweiterungsneubau eröffnet hat. Im Wirtschaftsgespräch mit Betriebsleiter und MIT-Mitglied Jason Özogul standen die aktuelle Lage der Automobilbranche sowie die wirtschaftlichen Rahmen- und Produktionsbedingungen in Deutschland im Fokus.

Das Autohaus Cianni ist seit mehr als 20 Jahren in Gambach ansässig. Mit dem Bau eines neuen Gewerbeobjekts mit insgesamt fünf Gewerbeeinheiten, in das auch das Autohaus eingezogen ist, hat die Familie erneut vor Ort investiert. Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit ist damit zugleich Raum für weitere Gewerbetreibende entstanden. Für Özogul ist das ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Deutschland.

Özogul blickt trotz des Wandels in der Automobilbranche mit Zuversicht auf den Standort: „Deutschland hat starke Unternehmen, einen innovativen Mittelstand und Menschen mit Ideen und Unternehmergeist. Gerade unsere Automobilindustrie steht für starke Marken und hervorragendes Know-how. Auch wenn der internationale Wettbewerb härter geworden ist, müssen wir uns nicht verstecken. Ich bin überzeugt, dass wir auf die Kraft unseres Wirtschaftsstandorts vertrauen und mit Zuversicht nach vorne blicken können.“

Auch der Automobilhandel verändert sich. Leasing- und Finanzierungsmodelle gewinnen an Bedeutung, während das Bedürfnis nach individueller Mobilität bestehen bleibt. Gleichzeitig könnten veränderte Marktstrukturen langfristig zu einer stärkeren Konzentration im Handel führen.

Eine zunehmende Herausforderung sieht Özogul in den gesetzlichen Anforderungen an den Gebrauchtwagenhandel. Seit 2022 gilt die Beweislastumkehr für ein Jahr statt zuvor sechs Monaten. Mit der kürzlich in kraft getretenen „Right-to-Repair“-Richtlinie der EU können sich Gewährleistungsfristen zusätzlich verlängern. „Gerade bei älteren Fahrzeugen entstehen dadurch schwer kalkulierbare Risiken, die sich auch auf Preise und das Angebot für Privatkunden auswirken können. Verbraucherschutz ist wichtig, muss aber in einem ausgewogenen Verhältnis zur wirtschaftlichen Realität der Betriebe stehen“, so Özogul.

Zum Erhalt des Automobilstandorts Deutschland fordert die MIT Wetterau eine technologieoffene Politik und verlässliche Rahmenbedingungen: den konsequenten Ausbau der Lade- und Tankinfrastruktur, eine vernünftige Energiepolitik, weniger Bürokratie sowie gezielte Investitionen in Forschung, Entwicklung und Innovation.

Die Vorsitzende der MIT Wetterau, Birgit Weckler, betonte: „Während die Automobilwirtschaft den Wandel meistern könne, sei es vordringliche Aufgabe der Politik, die Produktionskosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken, um am Markt bestehen zu können.“

Der Besuch unterstreicht die Bedeutung des direkten Dialogs mit den heimischen Unternehmen vor Ort, um deren Erfahrungen und Anliegen in eine praxisnahe und standortsichernde Wirtschaftspolitik einfließen zu lassen.